Praxis für psychologisch-pädagogische Lerntherapie - Sabine Höne



Aufmerksamkeitsstörung Begriff

Die Aufmerksamkeitsdefizitstörung (ADHS, ADS, AD/HS) ist eine der häufigsten psychischen Auffälligkeiten im Kindes- und Jugendalter.
Sie lässt sich vor allem durch folgende Kernsymptome beschreiben:

Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörung bedeutet:
die Schwierigkeit, sich anhaltend auf eine Sache zu konzentrieren, wenn sie nicht attraktiv für die Person ist. Das ist der ganz entscheidende Zusatz, der häufig nicht berücksichtigt wird. Kinder und Jugendliche, aber auch Erwachsene, die von einer ADHS betroffen sind, können sich sehr wohl konzentrieren, oft können sie sich sogar besser in eine Sache vertiefen als nicht Betroffene, aber nur, wenn sie interessiert und motiviert sind. Müssen sie sich mit Dingen beschäftigen, die sie nicht attraktiv finden, fällt es ihnen sehr schwer bei der Sache zu bleiben. Häufig höre ich dann den Satz von Eltern oder Lehrern, „er könnte, wenn er wollte“. Tatsächlich können Betroffene dies aber gar nicht steuern.

Impulsivität bedeutet:
die Schwierigkeit, eine spontane Reaktion als Antwortimpuls zurückzuhalten. Damit ist natürlich das Herausplatzen mit Antworten gemeint, oder das Stören von Anderen beim Spielen oder bei anderen Tätigkeiten. Der viel schwerwiegendere Punkt ist jedoch die Impulsivität im Arbeitsverhalten. Die vielen Schussel-, Flüchtigkeits- und Leichtsinnsfehler entstehen durch Impulsivität im Arbeitsverhalten. Das Kind schreibt hin oder sagt, was ihm als erstes in den Sinn kommt und hat dann keine Mechanismen zur Verfügung, dies zu kontrollieren.

Hyperaktivität bedeutet:
die Schwierigkeit, die ständigen inneren Bewegungsimpulse zu beherrschen. Die körperliche Unruhe ist sicher für das Umfeld ein sehr störender Faktor. Für die Kinder selber ist es das Symptom, das den geringsten Leidensdruck auslöst.
Zur Hyperaktivität gehören aber auch der ständige Redefluss, von dem manche ADHS Kinder betroffen sind und die Hyperproduktivität des Denkens. Von einem Gedanken zum nächsten zu springen, nicht abschalten zu können, vor allem abends im Bett ist für viele Betroffene eine große Belastung.

Emotionale Labilität bedeutet:
die Schwierigkeit, eine angemessene Stimmungslage aufrecht zu erhalten. Dieser Punkt gehört bisher nicht zu den offiziell anerkannten Kernmerkmalen einer ADHS. Die führenden Fachleute sind sich aber darüber einig, dass dies ein weiteres Kernmerkmal darstellt, das vor allem bei den so genannten Träumern, den nicht hyperaktiven Kindern, auftritt. Bei vielen betroffenen Mädchen ist es das einzige „sichtbare“ Symptom überhaupt. ADHS Betroffene leben auf einer Gefühlsachterbahn. Kleine Enttäuschungen können zu extremen Gefühlsabstürzen führen, häufig sind die Auslöser für das Umfeld schwer nachvollziehbar. Genauso schnell können sie sich aber auch für Dinge begeistern und voller Euphorie sein.